Podiumsdiskussion: Potenzial 2.0

28. September 2006, 14:01 von Christian Hochhuth

Podiumsdiskussion


Zur Einführung der Podiumsdiskussion "Realität, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsmusik von bürgerjournalistischen Formaten" berichtet der Moderator Thomas Mrazek von OnlineJournalismus.de über die aktuellen Beiträge der letzten Tage aus der Bürgerjournalismus-Szene.

Auf dem Podium haben Christian Stöcker (Spiegel Online, Ressort Netzwelt), Philip Graf Dönhoff (Geschäftsführer Netzeitung.de), 
Thomas Wanhoff (Vorsitzender des deutschen Podcastverbands) und Sebastian Basedow (Hauptstadtblog.de) Platz genommen.

Für Sebastian Basedow vom Hauptstadtblog ist die "Unabhängigkeit von einem Verlagshaus" der wichtigste Aspekt beim Bürgerjournalismus. Dies sei das einzige Unterscheidungskriterium gegenüber dem "klassischen" Journalismus. Darauf die Frage von Moderator Thomas Mrazek: Ist das, was in der Readers Edition passiert, dann kein Bürgerjournalismus? Nein, aber für Sebastian Dasedow ist es "ein wertvolles Experiment".

Dr. Christian Stöcker von Spiegel Online ist kein großer Fan des Begriffs "Bürgerjournalismus". Die Blogs und Podcasts haben seiner Meinung nach weniger mit Journalismus als vielmehr mit "Breitenentertainment" zu tun. Sebastian Basedow kontert mit der Frage: "Sind Blogger Journalisten?" Er behauptet "ja". Das erste Duell auf dem Podium kann also beginnen, denn Christian Stöcker hält anscheinend nicht viel von bloggenden Journalisten und bei Spiegel Online werde es auch nie ein Blog geben: "Wir haben ein Weblog und das heißt Spiegel Online!"

Philp Graf Dönhof von der Netzeitung versteht die Diskussion um den Begriff "Bürgerjournalismus" nicht, bedankt sich bei Sebastian Basedow für das Kompliment, widerspricht ihm allerdings in dem Punkt, dass die Readers Edition nichts mit Bürgerjournalismus zu tun habe. 20 Millionen Redakteure wurden "offiziell" von der Netzeitung für die Readers Edition gesucht. Die Bilanz nach 100 Tagen: 224 Autoren und 12 Moderatoren. Laut Dönhof befindet sich die Readers Edition noch unter dem Radarschirm. Dönhof ist aber sehr beeindruckt vom bisherigen Ergebnis und das Projekt wird gemeinsam mit den Autoren und Moderatoren weiter entwickelt.

Bürgerjournalismus heißt für Thomas Wanhoff vom Deutschen Podcastverband das auch Journalisten Bürger sind und mitmachen können. Er spricht von einer Mitmach-Community, in der sich Bürger und Journalisten in gleichem Maße einbringen können.

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