»’Ein Euro für Berlin’ heißt es seit vergangenem Freitag, nachdem die Bundesverfassungsrichter geurteilt hatten, Finanzhilfe des Bundes wird es nicht geben. Diesmal sind nicht Briefmarken das Medium, sondern eine Homepage. Und die Initiative geht nicht vom Gesetzgeber aus, sondern von der vor zwei Jahre gegründeten Initiative ‘Interaktive Demokratie’. ‘Wir haben uns spontan zu dieser Aktion entschieden’, sagt Gründer Christian Hochhuth, ‘weil die Berliner auch deutlich machen sollen, wo keineswegs gespart werden kann.’«
»Die Initiative interaktive Demokratie "iDemokratie" hat bereits den ersten Schritt unternommen, um ein Meinungsbild von unten zu generieren. Sie hat die Kampagne "Wir schaffen das auch alleine" ins Leben gerufen. Sie will, dass jeder Berliner, jede Berlinerin, Berlin einen Euro spendet und sagt, wofür er verwendet werden soll. Auf der Internetseite: www.1-Euro-fuer-Berlin.de werden die SpenderInnen mit ihrem Foto und ihrem Verwendungsvorschlag verlinkt. Am Ende des Jahres sollen die, die mitgemacht haben, unter den meistgenannten Vorschlägen wählen, wer das eingegangene Geld bekommt. Der Senat zur Schuldentilgung? Oder eine Einrichtung, die zusammengestrichen wurde? So funktioniert Demokratie.«
»iDemokratie steht für interaktive Demokratie, eine Initiative von vier jungen politikinteressierten Leuten, die im Internet ein ideales Forum für politische Diskussion und Information sehen. Hier können Bürger und Politiker, Wähler und Gewählte direkt miteinander ins Gespräch kommen. Seit einem halben Jahr sind die vier aktiv und gleich das erste Projekt erregte bundesweites Aufsehen: ein wahlblog zur Bundestagswahl, bei dem Politiker aller Parteien Berichte von ihrem Wahlkampf ins Netz stellten und darüber mit Besuchern der Seite, mit Bürgern und Wählern in einen Austausch von Argumenten kamen. Die Wahl ist Vergangenheit, die Idee von "iDemokratie" nicht. Das neue Projekt ist ein interaktiver Adventskalender: jeden Tag bis Weihnachten wird ein virtuelles Fensterchen am Reichstag geöffnet und ein Politiker sagt, was er für die Zukunft plant und von der neuen Regierung erwartet. - Diskussionen erwünscht«
»Laut Umfragen schenken nur noch 17 Prozent der Bevölkerung den Parteien ihr Vertrauen. (…) Dennoch glaubt Hochhuth, dass das Internet neue Chancen für Bürgerbeteiligung bietet. ‘Man sieht es an den Koalitionsverhandlungen. Das Volk ist wieder völlig außen vor, ein Wahlversprechen nach dem anderen wird gebrochen, die Menschen wenden sich enttäuscht ab. Das wäre vielleicht anders, wenn die Parteien die Bürger übers Internet in die Verhandlungen mit einbeziehen und sie nach ihrer Meinung oder nach Vorschlägen fragen würden.’«
»Das Erstaunen in der Blogosphäre über Wahlergebnis und Spitzenpolitiker ist groß. Im "Wahlblog05" herrscht Verwunderung: "Was ist in den Herrn Schröder gefahren? Die SPD ist (wahrscheinlich) schwächer als die CDU und soll in einer möglichen großen Koalition den Bundeskanzler stellen???", schrieb einer der Wahl-Blogger.«
Christian Hochhuth war am 31. August 2005 von der SPD als "etablierter Blogger" zum Wahlparteitag eingeladen worden. Dort wurde er von einem RTL II-Fernsehteam begleitet. Der Beitrag wurde noch am selben Abend in den RTL II News um 20 Uhr gesendet.
In der Fernsehsendung „absolut“ berichtete ARTE am 31. August 2005 um 14:45 Uhr und am 3. September 2005 um 17:20 Uhr, über wahlblog05.de. Die Sendung wurde in zwei Sprachen in Deutschland und Frankreich ausgestrahlt.
»Sehr professionell und informativ: "wahlblog05", ein Projekt der Initiative für interaktive Demokratie. Die Seite ging schon wenige Stunden nach Ankündigung der Neuwahlen am 22. Mai online - angeblich als erstes Wahl-Blog überhaupt. Hier schreiben außer den Initiatoren Bundestagsabgeordnete und Medienexperten. Die User können auch gleich ihre Stimme abgeben: wahlblog05 stellt die Sonntagsfrage. Letztes Zwischenergebnis: Die Grünen kommen als stärkste Partei auf 29 Prozent.«
»Wenig Pathos und Brimborium (…) Wie man einen Wahlblog auch sinnvoll und für User gewinnbringend gestalten kann, zeigt die Internetseite wahlblog05.de. Das Projekt der Initiative für interaktive Demokratie war das erste Weblog zur bevorstehenden Wahl (…) Fazit: Informative und zeitgemäße Begleitung des Wahlkampfs 2005.«
»Die Grünen-Politikerin Katja Husen hat ein eigenes MMS-Blog gestartet. So kann sie per Handy von unterwegs direkt aus Meetings in ihr Tagebuch schreiben. Garniert mit Bildern aus dem Foto-Handy, ist man so hautnah im Wahlkampf dabei. Ein Blog ist Husen aber nicht genug und so beteiligt sie sich auch beim Wahlblog05, das interessierte Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Wahlkämpfer zum Mitmachen einlädt. Neben Husen bloggen schon Promis wie Klaus Staeck, Hans-Joachim Otto und Christoph Bieber.«
»[bei wahlblog05.de] ist es erwünscht, dass gerade von Seiten der Politik ein gewisser Werbeeffekt eintritt, indem die Politiker den Anreiz sehen, über diese Plattform die Bürger zu erreichen, die natürlich nicht einfach hinnehmen werden, was gesagt wird, sondern auch kritisch reagieren und kommentieren können. In diesem Fall würde Werbung die Diskussion im Wahlblog sogar fördern.«
»Wahlblog05.de – das erste Weblog zur bevorstehenden Wahl war bereits am Tag, als Schröder Neuwahlen ankündigte, um 23:45 Uhr online. Hier bloggen die Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Otto (FDP), Katja Husen (B90/Grüne) und Ulrich Kelber (SPD) sowie Online-Experte Christoph Bieber und Politgrafiker Klaus Staeck. Das Portal stellt auch regelmäßig Umfragen bereit, um Nutzern neben der Kommentarfunktion weitere Möglichkeiten der Partizipation zur Verfügung zu stellen.«
»Wahlblog 05 – Weblog einer Berliner Agentur für politische Kommunikation. Sucht noch Autoren und steht nach eigener Aussage allen politischen Lagern offen.«
»Immer mehr politische Weblogs schießen im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 aus dem Boden. (…) Als erstes gestartet hat das Wahlblog05 schnell viele Hits produziert. Britta Schemel von iDemokratie hat mit dem Projekt noch großes vor: “Nun möchten wir den Lesern gerne einen tieferen Einblick in das Wahlgeschehen bieten und Persönlichkeiten unterschiedlicher politischer Ausrichtung für Beiträge gewinnen.”«
»In Deutschland war bereits wenige Stunden nach Gerhard Schröders Ankündigung wahlblog05.de installiert, die Initiative eines politisch aktiven Web-Gestalters.«
»Wir bieten Kandidaten aus allen politischen Lagern, Experten oder Journalisten an, bei uns ihre ganz persönlichen Tagebuch-Einträge zur Bundestagswahl schreiben zu können”, sagt Christian Hochhuth, Gründer der Initiative iDemokratie.«